Wer bereits einen gesunden und ertragreichen Johannisbeerstrauch im Garten hat, kann daraus ganz einfach neue Pflanzen gewinnen. Besonders die Vermehrung der schwarzen Johannisbeere durch Stecklinge im Herbst ist eine unkomplizierte Methode, für die man keine besonderen Kenntnisse benötigt.
Mit wenigen kräftigen Trieben und etwas Geduld lassen sich mehrere neue Johannisbeersträucher heranziehen. Der Herbst eignet sich dafür besonders gut, weil die Pflanzen zu dieser Zeit in die Ruhephase übergehen und die Triebe weniger belastet werden.
Warum schwarze Johannisbeeren im Herbst vermehren?
Die schwarze Johannisbeere lässt sich sowohl durch Stecklinge als auch durch Absenker vermehren. Die Stecklingsvermehrung hat jedoch einen großen Vorteil: Aus einem kräftigen Mutterstrauch können relativ einfach mehrere neue Pflanzen entstehen.
Im Herbst sind die einjährigen, gut ausgereiften Triebe besonders geeignet. Sie enthalten ausreichend Reservestoffe und können im Boden überwintern, bevor sie im kommenden Frühjahr mit der Wurzelbildung beginnen.
Außerdem fällt zu dieser Jahreszeit ohnehin der Schnitt vieler Sträucher an. Geeignete gesunde Triebe können dabei direkt für die Vermehrung verwendet werden.
Wann ist der beste Zeitpunkt?
Für die Vermehrung schwarzer Johannisbeeren durch Stecklinge eignet sich vor allem der Herbst nach dem Laubfall. Der genaue Zeitpunkt hängt vom Wetter und der Region ab.
Ideal ist ein Zeitraum, in dem die Pflanze bereits in die Ruhephase übergegangen ist, der Boden aber noch nicht gefroren ist. In vielen Regionen liegt dieser Zeitraum im Oktober oder November.
Wichtig ist, dass die Stecklinge noch vor dauerhaftem Frost vorbereitet und gesteckt werden können.
Welche Triebe sollte man auswählen?
Für die Stecklingsvermehrung sollten nur kräftige und gesunde Triebe eines vitalen Mutterstrauchs verwendet werden.
Achten Sie auf folgende Merkmale:
- einjährige, gut ausgereifte Triebe;
- keine sichtbaren Krankheiten;
- keine starken Beschädigungen;
- kräftige und gut entwickelte Knospen;
- keine extrem dünnen oder schwachen Zweige.
Am besten eignen sich gerade Triebe, die weder zu weich noch stark verholzt sind.
Schwarze Johannisbeeren durch Stecklinge vermehren: Schritt für Schritt
1. Geeigneten Trieb schneiden
Nach dem Laubfall einen gesunden einjährigen Trieb auswählen und mit einer sauberen, scharfen Gartenschere abschneiden.
Der Trieb kann anschließend in mehrere Stecklinge geteilt werden. Jeder Steckling sollte mehrere gut entwickelte Knospen besitzen.
2. Stecklinge richtig schneiden
Die einzelnen Stecklinge sollten ungefähr bleistiftdick sein. Die genaue Länge ist weniger entscheidend als die ausreichende Anzahl gesunder Knospen.
Beim Schneiden kann man darauf achten, dass der untere Schnitt knapp unter einer Knospe liegt. Der obere Schnitt erfolgt etwas oberhalb einer Knospe.
So lässt sich später leichter erkennen, welche Seite nach oben gehört.
3. Pflanzstelle vorbereiten
Für die Stecklinge eignet sich ein geschützter Platz im Garten mit lockerem, humosem und nicht dauerhaft nassem Boden.
Die Erde sollte von Unkraut befreit und leicht gelockert werden. Staunässe sollte unbedingt vermieden werden, da die Stecklinge sonst faulen können.
Wer die Stecklinge zunächst nicht direkt an ihren endgültigen Standort setzen möchte, kann ein kleines Anzuchtbeet vorbereiten.
4. Stecklinge in die Erde setzen
Die vorbereiteten Stecklinge werden schräg oder gerade in die Erde gesteckt, sodass nur ein kleiner Teil mit einigen Knospen über der Oberfläche bleibt.
Ein größerer Teil des Stecklings befindet sich unter der Erde. Dort können sich im Laufe der Zeit Wurzeln entwickeln.
Anschließend die Erde vorsichtig andrücken und die Stecklinge bei trockener Witterung ausreichend angießen.
Was passiert über den Winter?
Im Winter befinden sich die Stecklinge weitgehend in einer Ruhephase. Bei geeigneten Bedingungen können sie im Boden bleiben und im kommenden Frühjahr mit der Bewurzelung beginnen.
Eine dünne Mulchschicht kann den Boden vor starken Temperaturschwankungen schützen. Dafür eignen sich beispielsweise Laub oder anderes geeignetes organisches Material.
Allerdings sollte die Pflanzstelle nicht luftdicht abgedeckt werden. Zu viel Feuchtigkeit und mangelnde Luftzirkulation können Fäulnis begünstigen.
Pflege im Frühjahr
Sobald die Temperaturen steigen und die schwarze Johannisbeere aus der Winterruhe erwacht, beginnt die eigentliche Wachstumsphase.
Jetzt sollte die Pflanzstelle regelmäßig kontrolliert werden. Bei längeren trockenen Perioden benötigen die jungen Stecklinge ausreichend Feuchtigkeit.
Gleichzeitig sollte man darauf achten, dass Unkraut die kleinen Pflanzen nicht überwuchert. Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe kann das Wachstum der jungen Johannisbeeren bremsen.
Wenn sich neue Triebe und Blätter entwickeln, ist das ein gutes Zeichen dafür, dass der Steckling erfolgreich angewachsen sein kann.
Wann können die jungen Pflanzen umgesetzt werden?
Die jungen Johannisbeersträucher sollten zunächst ausreichend Zeit bekommen, ein kräftiges Wurzelsystem zu entwickeln.
Je nach Wachstum und Bedingungen können sie später an ihren endgültigen Standort im Garten umgesetzt werden. Dabei sollte man die Pflanzen vorsichtig ausgraben und möglichst viele Wurzeln erhalten.
Der neue Standort sollte ausreichend Licht bieten und einen lockeren, humosen Boden haben.
Häufige Fehler bei der Stecklingsvermehrung
Zu schwache Triebe verwenden
Sehr dünne oder beschädigte Triebe haben schlechtere Voraussetzungen für eine erfolgreiche Vermehrung. Besser sind kräftige, gesunde einjährige Triebe.
Stecklinge falsch herum einpflanzen
Das passiert leichter, als man denkt. Deshalb empfiehlt es sich, beim Schneiden die Ober- und Unterseite eindeutig zu markieren.
Staunässe
Nasse, schlecht drainierte Erde kann dazu führen, dass die Stecklinge faulen. Der Boden sollte feucht, aber nicht dauerhaft nass sein.
Zu wenig Feuchtigkeit
Gerade nach dem Austrieb benötigen junge Pflanzen ausreichend Wasser. Der Boden sollte insbesondere während längerer Trockenperioden kontrolliert werden.
Zu früh umpflanzen
Ein Steckling, der gerade erst neue Blätter gebildet hat, besitzt noch nicht unbedingt ein ausreichend kräftiges Wurzelsystem. Daher sollte man mit dem Umsetzen nicht zu früh beginnen.
Weitere Tipps für eine erfolgreiche Vermehrung
Wer mehrere Stecklinge vorbereitet, erhöht die Chance, dass genügend Pflanzen erfolgreich anwachsen. Es lohnt sich daher, nicht nur einen einzigen Steckling zu verwenden.
Besonders praktisch ist es, mehrere Stecklinge in einem kleinen Anzuchtbeet nebeneinander zu setzen. So lassen sie sich leichter pflegen und später gemeinsam umsetzen.
Bei der Auswahl des Mutterstrauchs sollte man außerdem auf gesunde und kräftige Pflanzen achten. Wenn der ursprüngliche Johannisbeerstrauch regelmäßig gute Erträge liefert, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die daraus gewonnenen Jungpflanzen ähnliche Eigenschaften behalten.
Fazit
Die schwarze Johannisbeere durch Stecklinge im Herbst zu vermehren ist eine einfache und kostengünstige Möglichkeit, neue Sträucher für den eigenen Garten zu gewinnen. Besonders praktisch ist die Methode, weil dafür lediglich gesunde Triebe eines bestehenden Strauchs benötigt werden.
Wer im Herbst einige kräftige Stecklinge vorbereitet, sie in einen geeigneten, lockeren Boden steckt und im Frühjahr regelmäßig pflegt, kann sich mit etwas Geduld über neue Johannisbeerpflanzen freuen.
Der Text wurde vom Redaktionsteam mithilfe von KI-Tools aufbereitet. Alle Informationen wurden vor der Veröffentlichung geprüft und redigiert.