Drahtwürmer machen Schluss mit der Kartoffelernte? Das sollten Sie schon im Herbst im Garten tun

Der Drahtwurm gehört zu den Schädlingen, die Kartoffeln erheblich zusetzen können. Die gelblich-braunen Larven der Schnellkäfer leben im Boden und fressen sich in Kartoffelknollen hinein. Zur Ernte zeigen sich dann typische Fraßgänge und Löcher, durch die die Knollen schlechter lagerfähig werden.

Wer im nächsten Jahr weniger Probleme mit Drahtwürmern haben möchte, sollte nicht erst im Frühjahr mit den Maßnahmen beginnen. Gerade im Herbst lässt sich das Beet gut vorbereiten und gleichzeitig der Lebensraum der Schädlinge ungünstiger gestalten.

Was sind Drahtwürmer eigentlich?

Als Drahtwürmer bezeichnet man die Larven verschiedener Schnellkäfer. Sie leben mehrere Jahre im Boden und ernähren sich unter anderem von unterirdischen Pflanzenteilen.

Besonders problematisch können sie in Kartoffelbeeten sein. Die Larven bohren sich in die Knollen und hinterlassen charakteristische Löcher und Fraßgänge.

Die Bekämpfung ist nicht ganz einfach, weil sich die Tiere einen großen Teil ihres Lebens im Boden aufhalten. Deshalb ist eine einzelne Maßnahme meist weniger sinnvoll als eine Kombination aus Bodenpflege, Fruchtfolge und vorbeugenden Maßnahmen.

Im Herbst das Kartoffelbeet gründlich aufräumen

Nach der Kartoffelernte sollten möglichst keine Pflanzenreste und beschädigten Knollen im Beet zurückbleiben.

Übersehene Kartoffeln können nicht nur Krankheiten und Schädlingen als Nahrungsquelle dienen, sondern erschweren auch die Vorbereitung des Bodens für die nächste Kultur.

Entfernen Sie deshalb:

  • kleine Kartoffeln, die im Boden liegen geblieben sind,
  • beschädigte Knollen,
  • kranke Pflanzenreste,
  • größere Mengen Unkraut.

Gesundes Pflanzenmaterial kann dagegen sinnvoll kompostiert werden, sofern keine Krankheit oder ein Schädlingsproblem vorliegt.

Den Boden im Herbst lockern

Eine wichtige Maßnahme nach der Ernte ist die Bodenbearbeitung. Das Lockern des Bodens kann dabei helfen, die Lebensbedingungen der Drahtwürmer zu verändern.

Besonders schwere und verdichtete Böden sind für viele Kulturen problematisch. Durch eine sorgfältige Bodenbearbeitung werden außerdem Pflanzenreste besser eingearbeitet und der Boden kann über den Winter durch Frost und Niederschläge seine Struktur verändern.

Dabei sollte man den Boden jedoch nicht unnötig fein zerkrümeln. Eine lockere, strukturreiche Erde ist für die nachfolgende Kultur grundsätzlich günstiger.

Keine Kartoffeln jedes Jahr an dieselbe Stelle pflanzen

Eine der wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen gegen Bodenprobleme ist eine abwechslungsreiche Fruchtfolge.

Kartoffeln sollten möglichst nicht über mehrere Jahre hinweg auf demselben Beet angebaut werden. Durch den Wechsel der Kulturen wird verhindert, dass sich bestimmte Schädlinge und Krankheitserreger über längere Zeit besonders günstige Bedingungen aufbauen können.

Nach Kartoffeln können beispielsweise andere Kulturen folgen, während Kartoffeln im nächsten Jahr an einem anderen Standort angebaut werden.

Senf und andere Zwischenfrüchte können helfen

Eine weitere Möglichkeit für die Herbstbeete sind Zwischenfrüchte. Sie bedecken den Boden, schützen ihn vor Erosion und können zur Verbesserung der Bodenstruktur beitragen.

Für den Umgang mit Drahtwürmern wird häufig auf bestimmte Zwischenfrüchte beziehungsweise Pflanzen mit ungünstigen Bedingungen für Bodenlarven gesetzt. Wichtig ist jedoch, die konkrete Pflanzenwahl an Boden, Standort und Fruchtfolge anzupassen.

Zwischenfrüchte sollten außerdem nicht einfach jedes Jahr dieselbe Art bilden. Eine abwechslungsreiche Begrünung ist für die Bodengesundheit sinnvoller.

Vorsicht mit frischem Mist

Frischer Stallmist sollte nicht einfach in großen Mengen direkt vor dem Kartoffelanbau ausgebracht werden. Neben möglichen Problemen mit Nährstoffüberschüssen kann organisches Material auch die Aktivität verschiedener Bodenorganismen beeinflussen.

Besser geeignet ist gut verrotteter Kompost, der in angemessener Menge in den Boden eingearbeitet wird. Dabei sollte die Düngung immer an die tatsächliche Bodenversorgung angepasst werden.

Mehr Dünger bedeutet nicht automatisch weniger Drahtwürmer.

Eine einfache Falle für Drahtwürmer

Wer überprüfen möchte, ob sich Drahtwürmer im Boden befinden, kann im Herbst eine einfache Köderfalle einsetzen.

Dafür eignen sich beispielsweise Stücke von Kartoffeln oder anderen stärkereichen Knollen. Sie werden in den Boden gelegt oder leicht eingegraben und nach einigen Tagen kontrolliert.

Wenn sich Drahtwürmer daran sammeln, können die Köder samt Larven aus dem Beet entfernt werden. Eine solche Falle ersetzt keine langfristige Bodenpflege, kann aber helfen, den Befall besser einzuschätzen und einen Teil der Larven zu entfernen.

Warum die Herbstkontrolle sinnvoll ist

Der Herbst bietet einen guten Zeitpunkt, um das Beet gründlich zu kontrollieren. Die Kartoffeln sind geerntet, die Fläche ist frei und der Boden kann für die nächste Saison vorbereitet werden.

Statt im Frühjahr hektisch auf Fraßschäden zu reagieren, lohnt es sich daher, bereits nach der Ernte mehrere kleine Maßnahmen miteinander zu kombinieren.

Dazu gehören:

  1. Kartoffelreste vollständig entfernen.
  2. Unkraut und Pflanzenreste kontrollieren.
  3. Den Boden bei geeigneten Bedingungen lockern.
  4. Eine sinnvolle Fruchtfolge planen.
  5. Zwischenfrüchte gezielt einsetzen.
  6. Auf übermäßige Düngung verzichten.
  7. Bei Verdacht Köderfallen zur Kontrolle verwenden.

Was im Frühjahr zusätzlich wichtig ist

Auch wenn im Herbst bereits viel getan wurde, sollte das Beet im Frühjahr erneut kontrolliert werden.

Vor dem Pflanzen empfiehlt es sich, den Boden zu lockern und nach Möglichkeit auf sichtbare Schädlinge zu achten. Gleichzeitig sollte die Fruchtfolge berücksichtigt werden.

Besonders wichtig ist es, nicht jedes Jahr dieselbe Kultur auf derselben Fläche anzubauen. Eine abwechslungsreiche Gartengestaltung kann dazu beitragen, den Druck durch bestimmte Bodenorganismen langfristig zu reduzieren.

Kann man Drahtwürmer vollständig loswerden?

Eine vollständige Beseitigung der Drahtwürmer aus einem Gartenboden ist in der Regel nicht realistisch. Die Larven können mehrere Jahre im Boden leben und sind nicht immer leicht zu erreichen.

Das Ziel sollte deshalb darin bestehen, die Bedingungen für einen starken Befall ungünstiger zu machen und Schäden an den Kartoffeln zu reduzieren.

Eine Kombination aus Fruchtfolge, sorgfältiger Bodenpflege, Entfernung von Ernteresten und regelmäßiger Kontrolle ist dafür sinnvoller als eine einzelne Maßnahme.

Fazit

Wer im nächsten Jahr gesunde und möglichst unbeschädigte Kartoffeln ernten möchte, sollte bereits im Herbst mit der Vorbereitung beginnen. Nach der Ernte werden vergessene Kartoffeln und problematische Pflanzenreste entfernt, der Boden wird bei geeigneten Bedingungen gelockert und die Fruchtfolge für die kommende Saison geplant.

Auch Zwischenfrüchte und einfache Köderfallen können Teil eines Maßnahmenpakets sein. Wichtig ist vor allem, nicht auf eine einzige „Wundermethode“ zu setzen. Mit konsequenter Bodenpflege und einer abwechslungsreichen Fruchtfolge lässt sich das Risiko für starke Drahtwurmschäden deutlich besser kontrollieren.

Der Text wurde vom Redaktionsteam mithilfe von KI-Tools aufbereitet. Alle Informationen wurden vor der Veröffentlichung geprüft und redigiert.

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